Gedanke für den Tag aus Prasanthi Nilayam
vom 22. Februar 2023
Prüft eure eigenen Anstrengungen und Leistungen
und beurteilt eure spirituellen Praktiken.
Habt ihr euch zum Beispiel nach Gott gesehnt,
habt ihr geschmachtet, habt ihr um ihn geweint, wie Tyagaraja es tat?
Habt ihr Tränen der Reue und des Jubels vergossen,
während ihr seinen Namen wiederholt oder euch seine Gestalt vorgestellt habt,
die so voll von Süße, Lieblichkeit und Schönheit ist?
Waren es Tränen, die aus Angst, Gier oder Stolz vergossen wurden –
oder weil Gott nicht in der Nähe war?
Ein kleines Kind sitzt mit einem Buch der Upanishaden auf dem Schoß
und blättert die Seiten um, konzentriert auf die gedruckten Zeilen und beobachtet
die seltsamen Schriftzeichen, bedächtig, langsam und mit großer Sorgfalt.
Ein Mönch tut dasselbe.
Kann man die beiden gleichsetzen und sagen,
dass sie beide dieselbe Handlung vollziehen?
Das Kind ist sich des Schatzes, den es in der Hand hält, nicht bewusst;
der Mönch kommt in unmittelbaren Kontakt mit der geistigen Kraft,
die die Zeilen vermitteln.
Findet für euch selbst heraus, ob auch eure spirituellen Praktiken
zielgerichtet und aufrichtig, wach und lohnend gewesen sind.
Sri Sathya Sai, 4. März 1962

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